Rechtfertigung oder die Frage nach dem Warum - Gedanken eines kranken Hirns...

Hm... mein erster eigener Blog... Warum überhaupt ein Blog? Ich hatte noch nicht einmal ein Tagebuch, in dem ich Erlebnisse, Gedanken, Träume und Wünsche aufgezeichnet habe. Und nun ein Blog. Nun kann alle Welt meine Gedanken, Träume etc. lesen. Aber warum der Blog? Ist es der Reiz des sich mitteileins oder meine meist unterdrückte Leidenschaft des Schreiben, des Spielen und Jonglierens mit Worten? Ist es die vielleicht unterdrückte Schriftstellerin in mir, sie es liebt zu erzählen und zu schreiben? Aber warum schreibe ich dann nicht einfach ein Buch? Genug Phantasie und Einfälle habe ich. Mir schwirren auch oft genug Ideen im Kopf herum, kleine Geschichten, Anekdoten un Erlebnisberichte. Aber wenn ich dann versuche, sie zu Papier zu bringen, ist es, als wenn jemand mit dem Finger geschnipst hat und weg sind die Ideen. Und wenn ich es mal schaffe, etwas zu Papier zu bringen, finde, ich es spätestens nach dem fünften lesen langweilig, schlecht, eintönig und denke "Wen interessiert das? Das ist Standardkram, schon 10.000 Mal dagewesen." und der Zettel wird zu einem handlichen Ball geknüllt und landet im hohen Bogen im Mülleimer, um irgendwann den langen, ereignisreichen Weg zur Recyclinganlage anzutreten und als Toilettenpapier wiedergeboren zu werden. Aber so hat mein verzweifelter Versuch, einen auf Schriftstellerin zu machen, etwas gutes: Das Toilettenpapier wird so schnell nicht ausgehen... Man soll ja schließlich immer auch das Gute und nicht nur das Negative in einer Sache sehen, nach dem Motto "Niemand ist nutzlos, er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen"

Aber nun ist immer noch nicht geklärt, warum ich überhaupt diesen Blog nun habe und hier sitze und an der schnelleren Abnutzung meiner Tastatur arbeite. Will ich den eigentlichen Grund eigentlich wissen? Müssen wir für alles, was wir im Leben tun, eine Begründung, einen Grund haben, quasi eine Rechtfertigung liefern? Das ganze Leben besteht aus Begründungenn und Rechtfertigungen "Warum studierst du BWL?" "Warum gehst du nicht mit auf die Party?" Warum, warum, warum??? Ist das ganze Leben ein "Warum?" Es scheint fast so, denn bei der Überlegung, wie ich hier nun weiterschreibe, tauchte auch immer wieder das Wort "Warum" auf. Z.B. "Warum kann ich nicht einfach mal was machen, ohne gleich eine seitenlange Begründung aufführen zu müssen oder eine Rechtfertigung, weil jemandem die kleine Falte an meinem linken Auge nicht gefällt."

Wir werden als Kind auf das Fragen nach dem "Warum" gedrillt. Nehmen wir doch einfach mal Textpassagen aus dem Titellied einer uns allen bekannten Kinderserie "Die Sesamstraße". In dem Titellied heißt es doch schon "Der, die, das, wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm!" Aha, da ist es, das Wort "dumm". Bleiben wir wirklich dumm, wenn wir nicht immer sofort fragen? Macht es uns wirklich klüger, wenn wir auf alles eine Antwort haben? Vielleicht macht es uns klüger, aber macht es uns auch glücklicher???

9.11.06 11:05

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Mike / Website (9.11.06 16:20)
"Warum?" ist die beste Frage der Welt, solange sie mit Inhalt gefüllt ist. Jeder kennt sie, die ewigen Warum-Antwort-Warum-Spielchen, die mit "Das ist halt so." enden. Und da es halt so ist, hast du nun dieses Blog.

P.S.: Es ist DAS Blog. Von "das Weblog". Warum? Ist halt so.

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